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München – Ende letzten Jahres kündigte die Bayerische Versorgungskammer (BVK) wegen „wirtschaftlicher Herausforderungen“ bei bestimmten US-Immobilieninvestments ein ganzes Maßnahmenpaket an. Damit sollen die internen Investment-, Risikomanagement- und Compliance-Prozesse optimiert und die Kommunikation mit den Gremien der vertretenen Versorgungseinrichtungen verbessert werden. „Wir bedauern, dass es in den USA im Immobiliengeschäft zu Verlusten gekommen ist“, sagte der BVK-Vorstandsvorsitzende Axel Uttenreuther. „Zugleich ist es wichtig festzuhalten, dass diese durch die guten Ergebnisse aus den anderen Assetklassen gemäß unserer Diversifizierungsstrategie kompensiert werden. Es haben sich bislang keine Auswirkungen auf die Versorgungszusagen für unsere 2,7 Millionen Mitglieder, Versicherten und Leistungsempfänger ergeben.“ Die Bayerische Versorgungskammer verwies in diesem Zusammenhang auf ihr Engagement bei drei besonders risikobehafteten Projektentwicklungen sowie einem Renovierungsprojekt, der Transamerica Pyramid in San Francisco. Das Investitionsvolumen dafür betrage 820 Millionen Euro. Darüber hinaus habe man in drei Bestandsobjekte rund 770 Millionen Euro investiert. Die BVK resümierte: „Insgesamt kann daher das Eigenkapitalengagement im Rahmen von US-Immobilieninvestitionen mit der Deutschen Finance und SHVO auf rund 1,6 Milliarden Euro beziffert werden. Dieser Betrag entspricht weniger als 1,4 Prozent der gesamten Kapitalanlage zum Ende 2024.“ Damit brachte die landesweit größte öffentlich-rechtliche Versorgungsgruppe die Deutsche Finance Group ins Spiel – und rückte sie nach deren Auffassung in ein falsches Licht.
Die international tätige Investmentgesellschaft, die Anlegern Zugang zu institutionellen Märkten und Top-Investments in den Bereichen Private Equity Real Estate, Immobilien und Infrastruktur verschafft, sieht sich zu einer Klarstellung im Zusammenhang mit den US-Immobilieninvestments der BVK gezwungen. Die Deutsche Finance Group stellt klar, dass weder die Deutsche Finance America noch andere mit ihr verbundene Gesellschaften bei diesen US-Investments als Zielfondsmanager tätig waren oder über eine diskretionäre Entscheidungskompetenz hinsichtlich der Auswahl oder Durchführung der Investments verfügten. Die Deutsche Finance America sei bei den betreffenden Investments kein operativer Entscheidungsträger gewesen, betont der Münchner Finanzkonzern mit Standorten in London, Madrid, Denver sowie Luxemburg. Auch habe man bei konkreten Investitionen, Finanzierungen oder Verwertungen keinerlei Entscheidungs- oder Weisungsbefugnis gehabt. Das gelte überdies für die Auswahl und Beauftragung von Projektentwicklern für die operative Umsetzung der US-Investments. Die Tätigkeit der Deutsche Finance America beschränkte sich nach eigenen Angaben auf ihre vertraglich definierten Funktionen, das heißt auf strukturierende, koordinierende sowie regulatorische Tätigkeiten. „Eine inhaltliche Einflussnahme auf Investitionsentscheidungen erfolgte nicht und war auch nicht Aufgabe der Deutsche Finance America“, unterstrich Thomas Oliver Müller. Der Immobilienexperte ist zusammen mit Dr. Sven Neubauer CEO und Executive Partner der 2005 gegründeten Deutsche Finance Group, die inzwischen eine Vermögenssumme von über 12 Milliarden Euro verwaltet. Unter dem Dach der Strategieholding sind im Rahmen einer „All-in-One-Strategie“ mehrere Tochterunternehmen angesiedelt. Das Ziel ist die optimale Verzahnung unterschiedlicher Geschäftsbereiche wie Marktforschung, Investment- und Digitalinvest-Plattform, Asset Management sowie Financial Services im In- und Ausland.
Die von der Bayerischen Versorgungskammer im falschen Zusammenhang genannte Deutsche Finance America (DFA) hat ihren Sitz in Denver im Bundesstaat Colorado und ist die amerikanische Private-Equity-Plattform des Münchner Mutterkonzerns. Sie investiert mit wertsteigernden Strategien in US-Immobilien, um hohe risikobereinigte Renditen zu erzielen. Die DFA orientiert sich mit ihren Partnern an „spezifischen Anlagethemen“ und nimmt „Vermögenswerte in den wichtigsten Gateway-Märkten“ ins Visier. Man wolle durch Projektentwicklungen an Standorten mit hohen Eintrittsbarrieren oder durch praktische Projekte zur adaptiven Wiederverwendung einen Mehrwert schaffen. Laut Selbstauskunft investiert die Deutsche Finance America in sämtliche Immobilienarten. Trotzdem fokussiert sie sich auf Kernobjekte im Büro- und Einzelhandelssektor sowie die Entwicklung von Laborbüros, Mehrfamilienhäusern und Studentenwohnheimen. Die immobilienbezogene Private-Equity-Plattform bedient einen globalen institutionellen Kundenstamm, zu dem Pensionsfonds, Versicherungsgesellschaften, Finanzinstitute, Family Offices und europäische Privatanleger gehören.
Die Deutsche Finance America arbeitet unter anderem mit einem in Boston ansässigen Life-Sciences-Entwickler zusammen, um ein Portfolio von Labor- und Bürogebäuden in Somerville in Massachusetts zusammenzustellen. Der Hauptstandort Boynton Yards liegt nur 1,5 Kilometer vom Campus des Massachusetts Institute of Technology (MIT) entfernt und ist für eine über 93.000 Quadratmeter große Gewerbe- und Wohnbebauung nebst öffentlichen Freiflächen vorgesehen. Ein anderes Vorzeigeobjekt betrifft 711 Fifth Avenue in New York. 2019 erwarben die Deutsche Finance America und ein Partner im Auftrag deutscher Pensionsfonds die Immobilie an der Ecke 55th Street und Fifth Avenue in Manhattan. Im Jahr 2021 schloss die DFA die Renovierung der Lobby ab und schuf damit ein ganz neues Mietererlebnis. Aus ihrer Sicht bietet 711 Fifth Avenue „klassische Architektur und starke Mieter an einem unvergleichlichen Standort“. Ebenfalls 2019 tat sich die Deutsche Finance America mit Partnern aus dem Luxusimmobilien-Bereich zusammen, um das historische Raleigh Hotel im Herzen von Miami Beach zu erwerben. Die Partner übernahmen auch noch die benachbarten Richmond und South Seas Hotels im Herzen des Art-Déco-Viertels. Im Frühjahr 2024 ließ die Deutsche Finance America mit dem Erwerb eines Grundstücks im texanischen Creedmoor aufhorchen und begann mit dem Bau eines großen Industriegebiets. Der geplante Logistikpark im Großraum Austin sieht fünf Gebäude und eine Fläche von über 83.000 Quadratmetern vor.
Ab Oktober 2020 kümmerte sich die Deutsche Finance America um die Umsetzung eines ehrgeizigen Renovierungsplans für das ikonische Transamerica Pyramid Center in San Francisco, um den „Mietern ein verbessertes Erlebnis in einem der begehrtesten Gateway-Märkte des Landes“ zu bieten. Die Transamerica Pyramid als Renovierungsprojekt erwähnte die Bayerische Versorgungskammer im Zusammenhang mit schwierigen US-Immobilieninvestments und löste damit viel Verwirrung aus. Thomas Oliver Müller stellte klar, dass keine Gesellschaft der Deutsche Finance Group bei den US-Investments der BVK als Zielfondsmanager tätig war oder eine diskretionäre Entscheidungsmacht hinsichtlich der Auswahl und Durchführung der Investments hatte. Die Deutsche Finance America sei kein operativer Entscheidungsträger gewesen.